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Lieber Herr Heidenberger,

ich hoffe es geht ihnen gut und Sie können die „ Corona-Zeit“ einigermaßen aushalten. Als agiler Mensch - so wie Sie es sind- ist es sicherlich besonders schwer. Ich persönlich habe für mich schon die Wahrnehmung, an der Kontaktarmut zu leiden. Die Vernunft muss siegen, denn man gehört ja zur Risikogruppe….. so verhalten wir uns.

Jetzt dachte ich, wir hätten die schlimmste Phase überstanden, doch aktuell beginnt die Ungewissheit wieder von neuem.

Für unsere Einrichtung war es schon eine sehr schwierige und hoch emotionale Zeit. Einerseits durften wir nicht ins Büro und dennoch brauchten die Familien und Kinder unsere Hilfe. In der Kita mit hochbelasteten und schwer kranken Kindern war die Situation noch schwieriger und emotional oft auf dem Höhepunkt.. In unserer Wahrnehmung haben wir in den vergangen 8 Monaten intensiv gearbeitet und doch fühlt es sich an, als sei die Zeit an uns vorübergezogen. Wir arbeiten daran mit Corona zu leben; obwohl vieles noch still steht., - kein Fest, keine Besuche-. Es ist sehr schwierig den Familien dies zu vermitteln.

Es gibt trotzdem keinen Grund zu klagen, denn mit unserer Arbeit sind wir sehr zufrieden. Kita RAPSI war die richtige Entscheidung.

Dank Ihrer über 10-jährigen Unterstützung und Mitgründung unseres Kinderlotsen durch Appen musiziert und der weiteren großzügigen Unterstützung konnten wir vor fast einem Jahr dann auch unsere Kita RAPSI für schwer kranke Kinder in Betrieb nehmen.

Der Start hat wunderbar geklappt. Ohne große Werbung wurden wir zügig von Eltern mit sehr schwer kranken Kindern angefragt. Unsere 18 Vormittagsplätze waren sehr schnell gefüllt - mit den 6 Nachmittagsplätzen wollten wir ohnehin nicht vor Mai 2020 starten.

Schon in den ersten 3 Monaten wurde das Ausmaß der Problematik sichtbar. Die Kinder, die wir aufgenommen haben, -damit die Eltern von der Pflege entlastet werden- sind viel zu krank, um die Kosten ausschließlich über das Kitagutscheinsystem finanzieren zu können. Die hochkomplexen Krankheiten, wie Herzfehler, Epilepsie, NCL benötigen eine 1:1 Betreuung. Ebenso hat sich gezeigt, dass diese Kinder nicht von Hilfskräften versorgt werden können; sie brauchen Fachkräfte! Das Aufgabengebiet, welches wir ausführen, ist sehr facettenreich und hochkomplex. Da es bundesweit keine vergleichbare Einrichtung gibt, können wir nicht von anderen profitieren und müssen alles selbst lernen. Wir merken auch, dass wir uns nach einem Betriebsjahr noch nicht komplett in der Routine befinden. So langsam haben wir ein gutes Gefühl, in die richtige Richtung steuern zu dürfen. Die Kinder haben die neue Eingewöhnungszeit gut gemeistert und die Eltern sind froh, eine Einrichtung wie RAPSI zu haben. Wir werden so weitermachen und wollen den Familien ein wertvoller Wegbegleiter sein.

So jetzt habe ich Ihnen das Neuste vom Kinderlotsen berichtet und freue mich, auch wieder von Ihnen zu hören. Seien Sie bitte nach wie vor versichert, dass wir sämtliche Spenden von Appen musiziert zu 100 % zielgerichtet und ausschließlich für das Wohl dieser schwer erkrankten Kinder einsetzen werden. Appen musiziert war uns in den vielen Jahren stets eine ganz wichtige und entscheidende Unterstützung – schön, dass es Appen musiziert und die vielen treuen Spender gibt!

Mein Mann und ich wünschen Ihnen und Ihren tollen Mitstreitern alles Gute und Gesundheit.

Herzliche Grüße

Ihre

Heiderose Killmer

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